SLV Bernau

Lake to Lake – mit dem Fahrrad vom Chiemsee über die Alpen zum Gardasee 

Normalerweise sind wir als Langlauf-Verein im Winter auf den Loipen unterwegs. Doch in diesem Sommer tauschten sechs unserer Mädels die Langlaufski gegen Fahrräder und stellten sich einer ganz besonderen Herausforderung: der „Lake to Lake“-Tour vom Chiemsee bis zum Gardasee. 

Wir waren sechs Mädchen im Alter von 11 bis 15 Jahren und 5 Erwachsene. In drei Tagen wollten wir gemeinsam eine Strecke von rund 370 Kilometern bewältigen und dabei auch noch die Alpen überqueren. Eine sportliche Herausforderung, auf die wir uns schon im Vorfeld sehr gefreut hatten.

Tag 1 – Vom Chiemsee nach Innsbruck 

Am ersten Tag starteten wir in Bernau am Chiemsee. Vor uns lagen stolze 117,5 Kilometer bis nach Innsbruck. Die Strecke führte uns durch eine wunderschöne Landschaft und die Kilometer vergingen überraschend schnell. Obwohl die Distanz zunächst nach einer großen Herausforderung klang, kamen wir richtig gut voran. Besonders beeindruckend war, wie stark unsere jüngeren Fahrerinnen unterwegs waren: Die 11- und 12-Jährigen hielten problemlos mit und waren immer ganz vorne in der Gruppe zu finden. Auch die anderen vier Mädels zeigten eine starke Leistung und sorgten dafür, dass wir als Team gut vorankamen. Am Ende erreichten wir Innsbruck sogar früher als gedacht. Nach den ersten 117,5 Kilometern waren wir zwar müde, aber vor allem stolz auf unsere Leistung. In der Jugendherberge angekommen, hieß es: essen, duschen und (möglichst schnell) ins Bett – schließlich wartete am nächsten Morgen die nächste lange Etappe. Die Nacht war allerdings eher weniger erholsam als erhofft. Trotzdem saßen wir am nächsten Morgen alle wieder motiviert auf den Fahrrädern.

Tag 2 – Über den Brenner nach Bozen

Um 7 Uhr morgens starteten wir mit dem Frühstück in der Unterkunft. Danach ging es direkt wieder aufs Fahrrad. Unser Ziel für diesen Tag: Bozen. Insgesamt lagen 141 Kilometer vor uns –und damit die längste Etappe unserer Tour. Die erste große Herausforderung ließ nicht lange auf sich warten: der Brenner. Rund 42 Kilometer ging es bergauf. Das war für uns alle richtig anstrengend. Trotzdem kämpften sich alle den Berg hinauf. Besonders bemerkenswert war wieder die Leistung unserer jüngsten Teilnehmerinnen. Trotz ihres Alters fuhren sie ganz vorne mit und bewiesen, dass man auch mit 11 oder 12 Jahren bei einer solchen Tour richtig Gas geben kann. Eine wirklich starke Leistung! Oben am Brenner angekommen, war die Freude groß. Doch viel Zeit zum Ausruhen blieb nicht: Noch etwa 95 Kilometer lagen vor uns. Und die hatten es in sich. Es wurde immer heißer und die Beine wurden langsam müde. Dazu kamen unterwegs gleich drei Reifenpannen, die uns immer wieder zu kurzen Pausen zwangen. Trotzdem ließen wir uns nicht unterkriegen und fuhren weiter. Als wir schließlich in Bozen ankamen, waren wir vor allem eines: hungrig! Nach 141 Kilometern, dem Brenner, großer Hitze und drei Platten hatten wir uns das Essen mehr als verdient. Zum Glück wartete anschließend eine richtig schöne Unterkunft auf uns. Nach einer erholsamen Nacht konnten wir neue Kraft tanken und uns auf den letzten Abschnitt unserer Reise freuen.

Tag 3 – Die letzte Etappe zum Gardasee

Ankunft am Gardasee

Am dritten Tag unserer Radtour starteten wir nach einem gemeinsamen Frühstück um 9:15 Uhr zur letzten Etappe in Richtung Gardasee. Nachdem wir die ersten 50 Kilometer auf dem Etschtalradweg hinter uns gebracht hatten, legten wir eine Mittagspause ein. Am Nachmittag wurde die Fahrt durch Temperaturen von über 40 Grad noch einmal zu einer besonderen Herausforderung. Der Radweg führte uns über rund 65 weitere Kilometer durch eine eher eintönige Landschaft. Gegen Ende der Strecke erwartete uns noch ein letzter Anstieg. Doch die Anstrengung wurde belohnt: Als wir den höchsten Punkt erreicht hatten, konnten wir zum ersten Mal den Gardasee erblicken. Von dort aus ging es nur noch bergab. Gegen 16:00 Uhr erreichten wir schließlich den Gardasee. Nach den anstrengenden Kilometern war die Abkühlung im See eine willkommene Erfrischung und zugleich die perfekte Belohnung für die geleistete Strecke. Anschließend machten wir uns auf den Weg zu unserer Unterkunft in Riva del Garda. Am Abend ließen wir den erfolgreichen letzten Radeltag bei einem gemeinsamen Essen gemütlich ausklingen.

Tag 4 – Ein entspannter Tag am Gardasee

Ankunft am Gardasee

Nach den anstrengenden Tagen auf dem Fahrrad konnten wir es am vierten Tag deutlich ruhiger angehen lassen. Wir schliefen aus und starteten erst gegen 10:00 Uhr mit einem gemütlichen gemeinsamen Frühstück in den Tag. Anschließend verbrachten wir den Tag entspannt in der Altstadt von Riva del Garda. Nach den vielen Kilometern der vergangenen Tage genossen wir die freie Zeit und konnten die Umgebung ohne sportlichen Zeitdruck erkunden.

Am Nachmittag stand eine willkommene Abkühlung im Gardasee auf dem Programm. Bei den sommerlichen Temperaturen war das Baden eine perfekte Möglichkeit, sich zu entspannen und die gemeinsame Zeit am See zu genießen. Am Abend gingen wir mit allen 13 Teilnehmern gemeinsam essen, um unsere erfolgreiche Tour gebührend zu feiern. Nach der sportlichen Herausforderung vom Chiemsee bis zum Gardasee ließen wir den letzten gemeinsamen Tag in gemütlicher Runde ausklingen.

Am nächsten Tag kam unser SLV-Vereinsbus, mit Anhänger für die Räder zum Gardasee gefahren. Die Räder kamen auf den Anhänger und wir durften bequem im Vereinsbus die Heimreise antreten. Ein paar von uns kamen noch im Begleitfahrzeug unter zur Heimreise.

Diese Lake to Lake Tour war eine sportliche Herausforderung und ein großes Abenteuer, wir werden uns sicher lange an diese vier Ferientage erinnern. Ein großes Danke geht raus an die SLV-Vereinsmitglieder, welche organisiert und unterstützt haben. Allen voran an Mario Zurovski für die Idee, Durchführung und das Sonder-Fahrradtraining im Vorfeld, weiter mit Gabi Dalzio fürs Unterkünfte besorgen, über Denise Galland für diverse Organisation im Hintergrund, zu Sigi Hogger für das Fahren im Begleitfahrzeug, Uschi und Dieter Schneeweis für das Windschatten geben und den Zuspruch sowie Familie Langmann für den Rücktransport.

                                                                                                 Verfasser – die Jugendlichen der SLV – 14.08.2026